Historische Sehenswürdigkeit
Die Krukenburg thront über dem Stadtteil Helmarshausen und bietet vom Bergfried aus eine schöne Aussicht über das Diemeltal und den Naturpark Reinhardswald. Diese historische Anlage vereint Wohn- und Wehrbau und war einst ein Ort, an dem sowohl weltliche als auch geistliche Mächte, oft in Feindschaft, nebeneinander existierten. Die Brüder Grimm ließen sich hier inspirieren und schufen die Sage vom Riesen Kruko, die am Kiosk der Burg erhältlich ist – ein wunderbarer Lesetipp für Familien während einer Pause.
Die Kirche der Krukenburg ist baugeschichtlich beeindruckend, da sie nach dem Vorbild der Heilig-Grab-Kirche in Jerusalem errichtet wurde. In Helmarshausen selbst ist das Areal des ehemaligen Benediktiner-Klosters mit dem Grundriss der Klosterkirche erhalten geblieben. Das Kloster war einst berühmt für die Kunstfertigkeit seiner Mönche, die wertvolle Goldschmiedearbeiten und Buchmalereien schufen.
Die Krukenburg ist auch bauhistorisch ein Unikum. Der ab 1107 errichtete Kirchenbau mit seinem kreuzförmigen Grundriss und der über 13 Meter Durchmesser großen Rotunde ist einzigartig. Geweiht von Bischof Heinrich II. von Werl im Jahr 1126, diente die Kirche Johannes dem Täufer und war wahrscheinlich eine frühe christliche Kultstätte, möglicherweise sogar vor der Gründung des Klosters Helmarshausen (997). Die Pläne für diesen Bau sollen von einer Jerusalem-Wallfahrt eines der ersten Äbte des Klosters, Wino, um 1030 mitgebracht worden sein.
Die Geschichte der Krukenburg ist eng mit der des Klosters Helmarshausen verbunden. Aufgrund von Streitigkeiten zwischen den Bistümern Köln, Paderborn und Trier wurde zwischen 1215 und 1220 eine klassische Burganlage um die Rundkirche gebaut, um das Kloster zu schützen. Die Befestigungsanlagen, einschließlich der starken Mauern, Türme, des Burggrabens und Bergfrieds, sind heute noch erkennbar. Erzbischof Engelbert I. von Köln wird die Erbauung zugeschrieben. Über die Jahrhunderte wechselte die Burg mehrfach den Besitzer und verfiel nach 1617 allmählich. Große Teile wurden später zur Materialgewinnung abgetragen. In den 1970er Jahren wurde die Krukenburgruine restauriert.
Tourismus
Die Krukenburgruine ist ein beliebtes Ausflugsziel. Der besteigbare Bergfried bietet von seiner Aussichtsplattform einen Panoramablick auf das nordhessische Bergland, den Solling, den historischen Ort Helmarshausen und das Klosterareal sowie Teile von Bad Karlshafen.
In der Nähe der Krukenburg befindet sich das Café zur Krukenburg in Helmarshausen und etwas weiter nördlich das Gebäudeensemble der ehemaligen Schäferei in Nollendorf, das heute für seine landwirtschaftliche Tradition bekannt ist.